Ein Alt-Text beschreibt die Information, die ein Bild in seinem konkreten Seitenkontext vermittelt. Bei Produktbildern ist das meist das Produkt, eine sichtbare Variante, ein wichtiges Detail oder eine Anwendung. Der Alt-Text ist keine Keywordliste und keine zweite Produktbeschreibung.
Google nennt den Alt-Text das wichtigste Attribut für zusätzliche Bildmetadaten. Er hilft Menschen, die das Bild nicht sehen können, und liefert der Suche zusammen mit Computer Vision und dem Seiteninhalt Kontext. Daraus folgt keine komplizierte SEO-Formel. Die brauchbarste Regel lautet: Beschreibe knapp, was auf diesem Bild für diese Seite relevant ist.
Zuerst entscheiden: informativ, funktional oder dekorativ?
Nicht jedes img-Element braucht einen ausformulierten Text. Die Funktion des Bildes entscheidet.
| Bildfunktion | Alt-Text |
|---|---|
| Informatives Produktbild | Sichtbaren Produktinhalt und relevante Unterscheidungsmerkmale beschreiben |
| Bild als Link oder Schaltfläche | Ziel oder Aktion des Links benennen |
| Dekoratives Motiv ohne zusätzliche Information | Leerer Alt-Text: alt="" |
| Infografik mit wesentlichen Daten | Kernaussage kurz beschreiben und vollständige Information zusätzlich als HTML bereitstellen |
Der Alt Decision Tree des W3C ist für Grenzfälle hilfreicher als eine starre Zeichenbegrenzung. Google nennt keine allgemeine ideale Zeichenzahl. Ein Text ist fertig, wenn er die relevante Information eindeutig vermittelt, ohne sichtbaren Text und Produktbeschreibung unnötig zu wiederholen.
Eine belastbare Schreibformel
Für die meisten Katalogbilder reichen drei Bausteine:
Produkt + sichtbare Unterscheidung + Ansicht oder Handlung
Nur tatsächlich sichtbare und im Kontext relevante Angaben gehören hinein. Marke, Modell, Farbe, Material oder Zubehör sind nützlich, wenn sie das gezeigte Produkt unterscheiden. Versand, Preis, Zielkeyword-Varianten und nicht sichtbare Produkteigenschaften gehören nicht hinein.
Beispiele:
| Bildtyp | Schwach | Besser |
|---|---|---|
| Hauptbild | Wasserkocher Produktbild kaufen |
Schwarzer Edelstahl-Wasserkocher mit Holzgriff, Seitenansicht |
| Detail | Detail hochwertiger Wasserkocher |
Temperaturregler des Wasserkochers mit fünf Stufen |
| Variante | Wasserkocher grün |
Wasserkocher Modell K2 in Salbeigrün |
| Anwendung | Lifestyle Bild Küche |
Salbeigrüner Wasserkocher auf einer hellen Küchenarbeitsplatte |
| Größenvergleich | Maße |
Wasserkocher neben einer 30 Zentimeter hohen Karaffe als Größenvergleich |
| Set | Kaffeeset Angebot |
Kaffeefilter-Set mit Halter, Glaskanne und 40 Papierfiltern |
Das bessere Beispiel ist nicht automatisch das längere. „Roter Lederrucksack, Vorderansicht“ kann vollständig sein. Zusätze wie „hochwertig“, „günstig“ oder „perfekt“ beschreiben keine sichtbare Information.
Fünf häufige Bildtypen richtig beschreiben
1. Hauptbild
Nenne Produktart und die Merkmale, anhand derer ein Nutzer die richtige Variante erkennt. Die Ansicht ist sinnvoll, wenn mehrere Perspektiven auf der Seite vorkommen.
Beispiel: Dunkelblauer Wanderrucksack mit Rollverschluss, Vorderansicht
2. Detailaufnahme
Beschreibe das gezeigte Detail und nicht erneut das gesamte Produkt.
Beispiel: Gepolsterter Schultergurt des dunkelblauen Wanderrucksacks
3. Lifestyle- oder Anwendungsbild
Nenne die Handlung oder Umgebung nur so weit, wie sie das Bildverständnis verändert. Erfinde keine Stimmung oder Zielgruppe.
Beispiel: Dunkelblauer Wanderrucksack auf dem Rücken einer Person auf einem Waldweg
4. Variantenbild
Die unterscheidende Farbe, Größe oder Ausführung muss zum auswählbaren Produkt passen. Ein automatisch erzeugter Alt-Text ist wertlos, wenn er die falsche Variante nennt.
Beispiel: Wanderrucksack Trail 28 in Sandbeige
5. Infografik
Ein Alt-Text kann keine komplexe Tabelle ersetzen. Formuliere die Kernaussage und stelle Maße, Lieferumfang oder Vergleichsdaten zusätzlich als echten Seitentext bereit.
Beispiel: Maße des Wanderrucksacks: 52 Zentimeter hoch, 30 breit und 18 tief
Was nicht in den Alt-Text gehört
Vermeide diese Muster:
- dieselbe Keywordfolge auf jedem Bild;
- „Bild von“ oder „Foto von“, wenn die Bildart keine relevante Information ist;
- nicht sichtbare Eigenschaften wie Garantie, Lieferzeit oder Rabatt;
- eine vollständige Produktbeschreibung in jedem Galerieelement;
- Dateiendungen, interne IDs oder Prompttexte;
- erfundene Farben, Materialien oder Nutzungssituationen;
- identische Texte für unterschiedliche Perspektiven und Varianten.
Google warnt ausdrücklich vor Keyword-Stuffing in Alt-Attributen. Der Schaden ist nicht nur ein Suchthema: Für Screenreader wird eine Produktgalerie aus zehn fast identischen Keywordblöcken unbenutzbar.
Dateiname, Alt-Text und Bildunterschrift haben verschiedene Aufgaben
Ein sauberer Dateiname ist kurz, stabil und technisch brauchbar. Der Alt-Text beschreibt die Bildinformation im Seitenkontext. Eine Bildunterschrift ist sichtbarer redaktioneller Text für alle Leser.
| Element | Beispiel | Aufgabe |
|---|---|---|
| Dateiname | trail-28-sand-vorderansicht.jpg |
Leichter Hinweis auf Motiv und Asset |
| Alt-Text | Wanderrucksack Trail 28 in Sandbeige, Vorderansicht |
Textalternative für genau diese Einbindung |
| Bildunterschrift | 28 Liter Volumen; abgebildet ist die Farbe Sandbeige. |
Sichtbarer Zusatzkontext |
Google empfiehlt kurze, aussagekräftige Dateinamen statt IMG00023.JPG oder image1.jpg. Bei lokalisierten Bildern können übersetzte Dateinamen sinnvoll sein. Ändere jedoch keine bereits indexierte URL nur kosmetisch: Eine Umbenennung ist eine URL-Migration und braucht saubere Weiterleitungen oder aktualisierte Verweise.
Alt-Texte für große Kataloge skalieren
Bei 10.000 Bildern ist freie Handarbeit weder wirtschaftlich noch konsistent. Vollautomatisches Zusammenkleben von Produktfeldern erzeugt dagegen schnell falsche oder redundante Texte. Ein besserer Ablauf:
- Bildrollen definieren: Hauptbild, Detail, Anwendung, Variante, Lieferumfang, Größenvergleich.
- Felder festlegen: Produktart, Modell, sichtbare Variante, Ansicht, Handlung und sichtbares Detail.
- Pro Bild nur belegte Felder befüllen: Keine Eigenschaft aus dem PIM übernehmen, die im Bild nicht erkennbar ist.
- Sprachfassungen separat erzeugen: Fachbegriffe und Wortstellung prüfen, nicht blind Wort für Wort übersetzen.
- Regeln testen: Leere Alt-Texte für informative Bilder, Dubletten und widersprüchliche Varianten automatisch markieren.
- Stichproben ziehen: Neue Kategorie, neuer Bildtyp und neue Vorlage bekommen jeweils eine menschliche Prüfung.
Ein mögliches Exportschema:
| Feld | Beispiel |
|---|---|
product_type |
Wanderrucksack |
model |
Trail 28 |
visible_variant |
Sandbeige |
image_role |
Detail |
visible_detail |
Gepolsterter Schultergurt |
locale |
de-DE |
Die Vorlage sollte aus diesen Daten einen Entwurf liefern, keinen ungeprüften Fakt. Besonders Farbe, Material, Aufdrucke und Lieferumfang brauchen einen Abgleich mit dem tatsächlichen Bild.
Qualitätskontrolle in zehn Fragen
- Würde der Text das Bild ersetzen, wenn es nicht geladen wird?
- Ist die richtige Produktvariante genannt?
- Beschreibt der Text nur Sichtbares und Relevantes?
- Unterscheidet er Hauptbild, Detail und Anwendung sinnvoll?
- Wiederholt er keinen benachbarten Text ohne Grund?
- Enthält er keine Keywordliste oder Werbesprache?
- Ist ein dekoratives Bild korrekt mit leerem Alt-Text markiert?
- Beschreibt ein verlinktes Bild das Linkziel oder die Aktion?
- Sind Maße und Lieferumfang auch als HTML-Text zugänglich?
- Wurde die Sprachfassung von einem Menschen oder einer validierten Terminologieliste geprüft?
Alt-Text ist Teil des gesamten Bildworkflows. Der Leitfaden zu Google-Shopping-Bildanforderungen behandelt Feed-Felder und KI-Herkunftsmetadaten; Produktfotos für E-Commerce zeigt die passenden Bildtypen für Produktseiten.